Hotel Ruby Sofie: Homebase für Urbane Nomaden

ruby_1 Dass Wien eine außergewöhnlich hohe Lebensqualität bietet, wird ja jedes Jahr von den Mercer-Rankings („lebenswerteste Stadt der Welt“) bestätigt. Dass die Stadt aber zudem auch vibriert und mit kreativen Lifestyle-Formaten und Start-ups urbane Connaisseure anzieht, lässt sich erst seit gut einem Jahrzehnt beobachten. „Wien hat 1,7 Millionen Gehirne. Nutzen wir sie!“ steht denn auch plakativ an der Stadteinfahrt (okay, nicht alle davon sind bekanntlich zu gebrauchen). Wien performt – auch touristisch – sehr gut, liegt unter den Top 10-Städten Europas – letztes Jahr wurden 12,7 Millionen Nächtigungen erzielt. Mehr Touristen, mehr Betten (nicht nur bei den 5-Sterne-Häusern am Ring, sondern vor allem im Midscale- und Budget-Segment) bringen aber auch einen massiven Verdrängungs-Wettbewerb mit sich. Die beste Voraussetzung also für einen frechen Newcomer, der verstanden hat, wie moderne Urbanauten und fluide Business-Modelle in Zeiten der Transformation ticken: Ruby Sofie. ruby_3Das Hotel hat sich der „Lean Luxury“-Philosophie verschrieben, entwickelt also die Budget Design-Konzepte von Motel One oder Citizen M fort. Aber wesentlich konsequenter. Und vor allem leidenschaftlicher: sinnliche Textilien vom Bett bis zum Bad (der strategisch wichtigsten Achse in einem Hotelzimmer), Dielenboden aus Eichenholz, bequeme Vintage-Ledersessel, ausgeklügeltes Licht-Design usf. Mood-Management vom Feinsten für die Bobos und veganen Nomaden dieser Welt. Für die Ruby-Community gibt’s ein eigenes Radioprogramm, Ruby Radio, online über Live-Stream zu empfangen. Sofiensaele Das Ruby Sofie liegt im Gebäudetrakt der Sofiensäle, einem historischen Juwel und einer Ikone des Wiener Nachtlebens – 2001 leider abgebrannt und vor kurzem vorbildlich wieder aufgebaut. Der multifunktionale Gebäudekomplex enthält neben dem Event-Hot Spot Sofiensäle ein Restaurant, ein Fitness-Studio, Luxus-Wohnungen und eben das Ruby Sofie. Das Hotel ist somit kein solitäres Getto-Produkt, sondern Teil der vitalen Umgebung und der Wiener Szenenkultur, embedded Lifestyle eben, wie ihn urbane Performer in einer fremden Stadt schätzen. Die „Lean Luxury“-Strategie erfordert eine stringente rote Linie: Weglassen ist hier Teil des Markenkerns. Organisation und Geschäftsprozesse sind radikal entschlackt und standardisiert – Ruby zentralisiert seine Front-Office-Funktionen, alle operativen Einheiten von der Verwaltung bis zur Vermarktung sind in der Münchner Zentrale gebündelt. Das Management hat das oberste Markengebot konsequent an allen Touch Points umgesetzt: wenn man der Beste in einem Segment werden will, muss man zuerst wissen, was man nicht will und nicht kann. Das heißt Reduktion: keine Lounge, keine Wellness-Gadgets, kein Restaurant, kein Room Service. Und kein gewohnter Concierge, dafür ein extrem schneller (Self-)Check-In – gebucht wird ausschließlich online. Das Check Out wird genialerweise bereits beim Einchecken erledigt – da hat jemand den Begriff Service-Design nicht nachgebrabbelt, sondern aus den Augen des Gastes verblüffend umgesetzt. Ruby_Room Der richtige Umgang mit Komplexität ist ja generell eine Schlüsseltugend für unternehmerischen Erfolg. „Man muss solange streichen, bis man nichts mehr weglassen kann, ohne das Wesen zu verändern“, so der Vereinfachungs-Theoretiker Dieter Brandes in seinem lesenswerten Buch „Einfach managen“. Bei Ruby wird diese Reduktion konsequent auf allen Ebenen übersetzt und dem Kunden dennoch – leistbarer – Luxus (Zimmer ab EUR 69) geboten. Dass ein persönliches Tablet und ein Laptop-Safe (wir leben im Zeitalter der Digital Natives) zur Verfügung stehen, ist hier beinahe selbstverständlich. Schlanker Luxus. Ruby ist „eine schöne, sinnliche und kluge Frau“, wie der Ruby-Gründer Michael Struck augenzwinkernd meint. Man kann an Berlusconis Ruby denken oder auch nicht – der Name jedenfalls soll provozieren. Hinter der erotischen Konnotation steckt freilich hohe Branding-Exzellenz. Michael Struck, der Vater von Ruby Sofie, arbeitet an weiteren Geschwistern (in anderen europäischen Metropolen) für Sofie. Keine uniforme Kette soll dabei herauskommen, sondern die lebendige Markenfamilie Ruby (mit demselben Genprofil: Lean Luxury), aber jeweils mit lokalem Spirit und eigenwilliger Persönlichkeit. Und natürlich mit einem eigenen Vornamen. Sollte man unbedingt einspeichern in seiner Kontaktliste! Ab 14.5.2014 in Wien: http://www.ruby-hotels.com/  

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