Destination Österreich: Innovation und Neu-Positionierung

Der Wettbewerb der Destinationen wird härter. Österreich, in vielen Bereichen touristischer Pionier, droht seine einstige Vorreiterrolle zu verlieren. In der Gunst der deutschen Urlauber (dem traditionellen Hauptquellmarkt) liegt Österreich bereits klar hinter der Türkei. Hätten wir den Schnee nicht und damit die vielzitierte „Winterkompetenz“ – es würde nicht so gut aussehen um den Tourismus-Standort Österreich.

Neue attraktive Destinationen, verändertes Freizeitverhalten (z.B. fahren Westeuropäer immer weniger Ski) und sozio-demografische Veränderungen – Österreich muss sich in diesem veränderten Umfeld touristisch neu erfinden.

Ich sehe für den heimischen Tourismus zwei zentrale strategische Aufgaben (die von unterschiedlichen Akteuren erfüllt werden müssen):

  • Innovation und Produkt-Entwicklung
  • Neu-Positionierung & Internationalisierung.

Innovation: Österreich hat ein insgesamt hohes touristisches Niveau, ist aber stärker in der Breite als an der Spitze. Dabei gibt es sie, ambitionierte Touristiker im Land – Vollblut-Entrepreneure mit machbaren Visionen, vom Scalaria über die Kreativen aus Sölden und Ischgl bis zu den Nachhaltigkeitspionieren in der Steiermark und im Burgenland. Vielfach jedoch werden Best-Of-Beispiele vom Nachbarn kopiert (ist das der Chinese im Österreicher?). So überziehen nun dutzende Sky Walks, cool designte Almhütten mit inkludiertem Haubenkoch sowie zahlreiche adrette Almdörfer etc. das Land. Diese repetitive Produkt-Kultur ist Gift für das Image Österreichs. Wir brauchen ein spannendes Portfolio authentischer, unverwechselbarer Attraktionen. Und nicht more of the same.

Neu-Positionierung & Internationalisierung: Österreich braucht dringend eine kühne strategische Re-Positionierung. Die sogenannte  „Neue  österreichische Tourismusstrategie“ desWirtschaftsministeriums ist ein strategisches Bremslicht, spricht von der „Etablierung der drei starken landschaftlichen Alleinstellungsmerkmale (USP) Alpen – Donau – Städte & Kultur. Denn für diese einmaligen Marken steht Österreich.“ Hätte man sich ja nicht gedacht. Tu felix Austria.

Die Marke Österreich ist im internationalen Radar derzeit schwach (die Marke einzelner Länder – Tirol und Wien vor allem – dagegen stark). Österreich braucht dringend eine Neupositionierung, gerade für den anstehenden Internationalisierungs-Schub! Ein Re-Branding. Ein Nation Branding (und nicht nur als Ferien-Destination). Damit Österreich nicht zum historischen Themenpark mit adretten Genuss- und Naturerlebnissen wird. Die Schweiz ist in ihrer touristischen Breite (nicht aber in der Spitze) deutlich schwächer als Österreich – sie hat aber das das, was wir nicht haben: eine coole – weltweit bekannte – (Premium-)Marke. Die auf originelle Weise ein hochwertiges Lebensgefühl kommuniziert, Tradition mal Innovation: Swissness eben.

Link zum Thema: http://derstandard.at/1293371078098/STANDARD-Interview-Kultur-des-Kopierens-ist-Gift-fuer-Tourismus

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