Live like a local

Werte und die dahinter liegenden Sehnsüchte der Konsumenten ändern sich. Je stärker die Menschen vernetzt sind, desto mobiler, kooperativer und lokaler wird der Konsum. Zudem eröffnet die rasante Verbreitung mobiler Technologien wie etwa der Smartphones und Tablets neue Geschäftsmodelle und Märkte.

Mit den pop-up Stores hatte es begonnen, Cross-Formate (z.B. Friseur & Bar etc.) folgten. Über Facebook erfährt man unterwegs in einer fremden Stadt, wo abends ein Koch in welcher privaten Wohnung für eine Handvoll ausgesuchter Gäste kocht (Guerilla Kitchen), oder an welchem Tag man bei der Guerilla Bakery (in Wien) die heißbegehrten Kekse bekommt.

Konsumenten sind „Trüffelschweine der Exzellenz“ (Umberto Eco). Mit ihrer Trüffelnase stöbern sie die abseitigsten Concept-Läden und Hidden Places auf. Begehrlich ist für diese Lead User alles, was versteckt und in unzugänglichen Hinterhöfen liegt, abseits des Mainstreams. Je außergewöhnlicher eine Location, je aufwändiger der Weg zu einem begehrten Produkt, desto größer fällt der „Distinktions-Gewinn“ aus, die Differenzierung von der Masse.

Lead User sind besonders stark in sozialen Netzwerken engagiert – und greifen mobil auf die Informationen ihrer Community zu: mehr als ein Drittel aller Österreicher nutzt die sozialen Netze bereits öfter von unterwegs als am PC (Quelle: Social Impact Studie 2011, A1). Über ortsbasierte Apps wie z.B. Foursquare erfahren sie von Schnäppchen in ihrer jeweiligen unmittelbaren Umgebung.

Diese modernen Performer entwickeln auch eine neue Form des Reisens. Sie meiden nicht nur die touristischen Ameisenstraßen, sie wollen vor allem in die authentische Alltags-Kultur vor Ort eintauchen und Erlebnisse in einem neuen, ungewöhnlichen Kontext sammeln. Sie suchen das spezifische Live like a Local-Gefühl, den lokalen Spirit einer Destination und die Interaktion mit den Einheimischen.

Diese „Live like a Local“-Sehnsucht schlägt sich auch in neuen Beherbergungsformen nieder. Statt im anonymen Hotel zu übernachten, mietet man bevorzugt – ob im Urlaub oder auf Geschäftsreise – ein privates (hoffentlich außergewöhnliches) Quartier. Anbieter wie wimdu.de (spannendes Portfolio an privaten Wohnungen), Airbnb oder 9flats.com machen der traditionellen Hotellerie – vorerst meist noch in Metropolen – allmählich Konkurrenz. Hotels wird es natürlich weiterhin geben, sie werden aber mit neuen Community-Formaten (wie es z.B. Hollmann Beletage in Wien vorbildlich macht) der Individualisierung ihrer Gäste Rechnung tragen müssen. Get inspired!

Links:

http://wildeandpartner.wordpress.com/2011/11/30/reisetrend-collaborative-consumption-what%C2%B4s-mine-is-yours/

Interview mit Andreas Reiter auf Servus TV: http://www.servustv.com/cs/Satellite/Article/Servus-Journal-011259426466073

http://m.faz.net/aktuell/reise/ein-wochenende-in-wien-tut-s-noch-a-bisserl-sektieren-raet-der-graf-11650503.html

http://www.welt.de/reise/staedtereisen/article13865495/So-individuell-muss-heute-ein-Hotelzimmer-aussehen.html

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.oesterreich-wien:-zimmer-mit-anschluss.7c2f0309-54da-4b6e-b00d-d302ee63272a.html

www.facebook.com/pages/Guerilla-Bakery

www.wimdu.de

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