Space in Transition: im Bett der Urbanauten

urban_1Städte sind Zukunftslabors, in denen Verrückte und Ambitionierte, Gierige und Visionäre rund um die Uhr an der Zukunft basteln – in vergammelten Hinterhöfen, schicken Lounges oder im WhatsApp-Messenger, während sie auf die U-Bahn warten.

Die Stadt ist die Spielwiese der Kreativen, der First Mover. Sie leben in Möglichkeits-Räumen. Schöpferische Zerstörung. Schließlich sind Städte, auch wenn nicht immer gleich sichtbar, mitten in einem massiven strukturellen Umbruch. Die digitale Ökonomie kickt viele traditionelle Geschäftsmodelle ins Abseits, sie bedrängt vor allem den Einzelhandel, aber auch stationäre Dienstleistungen wie Banking, Buchhandlungen oder analoge Medien.

Seit der Jahrtausendwende ist der Marktanteil des stationären Facheinzelhandels in Deutschland von 32 auf 21 Prozent gesunken. Für Österreich prognostiziert RegioPlan ein Schrumpfen der gesamten Verkaufsfläche von 25 Prozent innerhalb der nächsten fünf Jahre. Traditionelle Räume brechen auf, erodieren.

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Leerstand geht einher mit Stillstand – oder läutet eben den nächsten Lebenszyklus ein. Entstehen in Kalifornien zukunftsweisende Ideen mit Vorliebe in der Garage, so passiert dies bei uns immer öfter in leerstehenden Gewerbeflächen. Leer-Raum ist Lehr-Raum.

„Wir lieben das Echte. Aus ehemaligen Geschäftslokalen machen wir Hotelzimmer für Abenteurer. Unsere Street Lofts bewahren die Geschichte alter Geschäfte, Werkstätten und Ateliers.“ Das Mission Statement der Urbanauts (Wien) ist Business as unusual. Die jungen Kreativen transformieren leerstehende Gewerbeflächen zu narrativen Lofts und vermieten diese an Touristen. Keine Zwischennutzung von Gewerbeflächen, kein Pop-up-Aktionismus, sondern (sorgsame) evolutionäre Fortschreibung des Genius Loci. Was einmal eine Schneiderei war, bleibt eine – wenn auch neu adaptiert als Hotelzimmer. Stets schimmert die DNA des Ortes durch. Gut designt und gut erzählt. Und intelligent vernetzt mit der Nachbarschaft (in der man z.B. frühstückt, im Café ums Eck oder sich von den Guerillaköchen der „Betonküche“ verwöhnen lässt).

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Leben ist Veränderung. Räume sind in Bewegung. Hybride Erdgeschossflächen blühen in peripheren Stadtzonen auf, Stores und Werkstätten gehen ineinander über. Start-ups mischen auch den Beherbergungssektor immer stärker auf, das beweisen Airbnb & Co seit einigen Jahren. Die traditionelle (städtische) Hotellerie kommt immer stärker unter (Auslastungs-)Druck. Die globalen Brands glänzen mit Service-Design, die kleinen Boutiquehotels geben diesem auch noch eine Seele. So bietet z.B. das sehr privat designte Hotel „The Guesthouse“ in Wien Gästen, die länger als eine Woche bleiben, eine eigene Visitenkarte. Die temporäre Heimat – danach sehnen sich urbane Nomaden. Und finden diese abseits des Mainstreams. In einer Seitengasse.

Für „Trüffelschweine“ urbaner Lebensformen: www.urbanauts.at

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2 Antworten zu Space in Transition: im Bett der Urbanauten

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